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Der Charmeur des Jahrhunderts ....
und seine Liebe zum Publikum

DORTMUND. Jahrhundert-Entertainer Johannes Heesters wird auch heute noch wie einst bei "Lolo, Didi, Frufru" von schönen Frauen verehrt. Mit unverhoh-lener Bewunderung hängen die Damen, inzwischen meist grau geworden, an den Lippen ihres Idols. Sobald der 95jährige Mime, Charmeur des deutschen Theaters und Films, das Darsteller-Plateau betritt oder vor dem Aufttritt in der
Heesters
Vorhang auf für den Charmeur des Jahrhunderts
Künstler-Garderobe in kleinem Kreis ein Plauderstündchen einlegt. 30 Jahre nachdem andere in den wohlverdienten Ruhestand treten, steht die "Maxim-Legende" Johannes Heesters mit über 95 Jahren auf der Bühne des Dort-munder Hansa-Theaters...angebetet von seiner Fangemeinde, die fassungslos vor Erstaunen, daß ein Mensch in diesem Alter die Strapazen eines fast dreistündigen Theaterstücks durchsteht.

Ein Exklusiv-Interview mit der Legende des deutschen Theaters und Films außerhalb der lange im voraus geplanten Auftritts- und Presse-Termine zu bekommen, scheint unmöglich. " Viel zu anstrengend für den betagten Künstler", heißt es von allen Seiten aus der Umgebung des Künstlers und "Vor der Vorstellung auf keinen Fall", sowie "nach der Vorstellung schon gar nicht".

Und dann platzt man plötzlich doch hinein in den kleinen Kreis der um ihn versammelten Vertrauten: Unmittelbar vor einer der Vorstellungen: In die allenfalls zwei mal drei Meter große Künstlergarderobe. Simone Rethel, Lebensgefährtin des Schauspielers, versucht die Brücke zu dem (dank höherer Fügung altgewordenen, mitunter unnahbaren) Mann mit den sprichwörtlichen Betörer-Qualitäten zu bauen: "Ein Journalist, ein Professor für Kommunikationswissenschaften, möchte mir Dir sprechen, nur zwei Takte."

Heesters: "Auf keinen Fall jetzt, vor der Vorstellung." "Er ist bereits hier, steht direkt neben Dir , sagt Frau Heesters leicht verschämt. "Nein, hinter Dir." Johannes Heesters schaut hoch, dreht sich halb nach rechts zur Türfüllung. "Also gut! Na, dann kommen Sie mal, junger Mann!" Das tut mir von der Presse wiederum gut: Denn immerhin bin auch ich schon längst oberhalb der Altersgrenze mit der magischen Zahl 50.

Eben dieser "junge Mann"(also ich) sagt: "Herr Heesters. Versprochen, ich mache es ganz kurz. Etwas mehr als zwei Takte für das Interview sollten es schon sein, also zweieinhalb Takte." Heesters schaut mich mit großen Augen an und stimmt zu. Schmunzelt. Und dann werden es doch mindestens fünf Takte. Seine ganz große Liebe-das Theater. Wie sollte das auch anders sein, wenn man in diesem Alter Abend für Abend auf der Bühne steht, auf den Brettern, die für diesen Darsteller mit Sicherheit die Welt bedeuten. Das ist seine Welt.

Mit 95 darf man dem Weltgeschehen wohl mit Fug und Recht entrückt sein. Mit 95 Jahren interessiert es, wie übersteht man das Heute, und: Lebt man noch am nächsten Tag.

Johannes Heesters bewegt die Frage, wie es denn seinem fast gleichaltrigen Kollegen Willi Millowitsch geht, den ich tags darauf in Köln treffe. Aber die Beiden sehe sich ja ohnehin in wenigen Tagen. Wenn Heesters im Kölner Millowitsch-Theater gastiert. Mich interessiert: "Wenn Sie noch einmal zurückdrehen könnten, wie alt möchten Sie sein? "Ich bin glücklich und zufrieden mit dem Heute, wie ich heute bin." Zweifel sind nicht erlaubt.

Und als die Kamera in Schuss-Position geht, strafft sich der nach vorn gebeugte Körper des großen Mimen. Aber nicht gerade genug, wie Heesters Simone "streng" bemerkt: "Du mußt Dich noch gerader machen, sonst bin ich größer als Du...auf dem Foto." Die Kamera klickt. Ein erstesmal, ein zweitesmal. Heesters Augen leuchten, das "keep on smiling" ist professionell. Dann noch ein Foto und noch eins. Fotogen ist der Berufs-Charmeur aus längst vergangenen Tagen wie ehedem.

"Entschuldigung Herr Heesters, jetzt habe ich Sie weit mehr als nur zwei Takte bemüht. Ich gehe."

Und als ich so langsam durch den abgedunkelten Zuschauerraum an der Theaterkasse vorbei nach draußen gehe, denke ich: "Wenn ich so überlege, wen ich schon alles interviewt habe: Ustinov, Carrreras, Engelbert, Kissinger, Clinton und wen noch alles. Dies heute aber war das wohl kürzeste Interview in meinem Journalisten-Leben. (Ja, war es denn überhaupt eins?)"

Die viele Fragen, die mich und vielleicht auch manchen anderen interessiert hätten, habe ich mir verkniffen: "Wann stehen Sie morgens auf? Wann gehen Sie zu Bett. Wie ist es möglich, daß Sie ihre Texte noch auswendig lernen können? Essen Sie Körner zum Frühstück? Blättern Sie in alten Fotoalben? Klappt es mit der Verdauung? Gibt`s noch etwas anderes außer Theater für Sie, was Spaß macht? Und: Wenn Sie attraktiven Frauen begegnen...wann hat`s zuletzt bei Ihnen gekribbelt?

All diese Fragen habe ich nicht gestellt. Ich vermute, aus Respekt vor einem Menschen in diesem "gesegneten Alter, wie auch Johannes Heesters Theaterstück heißt.

Heesters
Und bitte noch einmal Klick:
Johannes Heesters mit Simone Rethel, Tag und Nacht an seiner Seite

18.99 Veröffentlichung unter Quellenangabe gegen Beleg.

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